Scooter

Scooter

Russischer Militärscooter

Große Flächen auf dem Meeresgrund, innerhalb kurzer Zeit, in relativ flachen Gewässern nach Wracks abzusuchen, stellte mich vor die Frage ein passendes Unterwassergefährt -einen Scooter anzuschaffen. Flach bedeutet, alles innerhalb von 40 Metern.
Größere Strecken mit dem alleinigen Flossenschub zu bewältigen, ist sehr mühsam. Leistungsstark und leicht, im Jahr 2002 waren Li´s noch unbezahlbarer als heute.
Weiterhin war das Angebot an bezahlbaren Scootern auf dem Markt recht klein. Aquazepp, Gavin Apollo mit seinen Ablegern ........
Da wurde ich auf einen sogenannten „Russen" aufmerksam. Ca. 170 cm lang und mit knapp 100 kg Eigengewicht eher ein Panzer als ein geschmeidiges Unterwassergefährt. Doch weit gefehlt, wie sich später herausstellte. Über einen Kontakt bekam ich ein solches Teil, welches noch originalverpackt mit allen Ersatzteilen, jedoch ohne das Silber-Zink-Akku, irgendwie aus einem russischen Militärdepot in den fernen GUS-Staaten den Weg zu mir fand!
Ein passendes Blei-Gel Akku von Dryfit traktion Block 12 Volt 90 Ah mit dem passenden Ladegerät und Steckern fand sich dann auch bei der Firma AIM.

Dazu spendierte ich zwecks besserer Steuerung ein aus Edelstahl gebautes Tiefenruder mit Kugelkompass. Den ersten Probelauf startete ich im Kreidesee in Hemmoor.                          Mit dem Kombi an den Einstieg 1 und dann zu Zweit herausgewuchtet. War schon ein Mordsgerät. Aber auf den Kufen bis ins Wasser gezogen, war es dann doch nicht mehr so mühsam.Die ersten Fahrten gestalteten sich recht easy.

Hätte nicht gedacht, das der Scooter sich so leicht händeln lässt. Der Schub, den die gewaltige 4-flügelige Schraube mit dem außerhalb des Gehäuses sitzenden Motors macht, ist einfach umwerfend. Der Motor ist ein Nassläufer, damit erübrigen sich thermische Probleme. Mit der Federwaage habe ich 35 kp gemessen.

Damit lässt sich schon eine ganz nette Geschwindigkeit fahren. Eine weitere Besondertheit ist die Geräuschentwicklung bei der Fahrt; es gibt quasi keine Fahrgeräusche wie z.B. beim Aquzepp etc. Auch dieses leise „Sirren" was andere Scooter von sich geben, fehlt. Wenn der Scooter in einer Distanz von ca. 3 Metern an einem vorbeifährt und keine anderen Nebengeräusche da sind, ist ein ganz leises Fahrgeräusch zu vernehmen. Mehr nicht. Wahrscheinlich macht sich da der militärische Einfluß bemerkbar. Aufgrund der beiden Steuerungseinheiten, je eine vorne und hinten, kann man sich gut darauflegen und auch „hintendran hängen".

Mit den Kufen lässt er sich hervorragend auf dem Grund abstellen. Ein Hauptschalter verhindert eine unbeabsichtigte Betätigung der Fahrschalter. Eine Besondertheit ist der an der Vorderseite hinter einem „Rammschutz" hinter einer Plexiglasscheibe kardanisch aufgehängte Scheinwerfer. Diese Plexiglaskuppel ist nicht druckfest.

Es sind am Rand einige Bohrungen vorhanden, die es dem umgebenden Wasser ermöglichen, den Scheinwerfer zu umspülen. Einzig die Lampenhalterung der 100 Watt-Halogenlampe ist druckfest. Der Scheinwerfer lässt sich fass in jede Richtung mit nur dem Hebel einhändig betätigen. Im hinteren Teil des Scooters befinden sich Relais und der Hauptschalter für alle Funktionen. Die Batteriekapazitätsanzeige funktioniert aufgrund des Fehlens der 14 Volt-Originalbatterie, nicht. Der Hohlkörper des Scooter ist innen alle 5 cm mit sogenannten Rundspanten versehen. Das Material ist eine besondere Aluminiumlegierung. Das vordere Batterieteil mit dem Scheinwerfer ist zum Elektronikteil in der hinteren Sektion mit einem druckfesten Schott abgedichtet. Mit einem vielpoligen Stecker wird die vordere Steuereinheit angesteuert. Vorder- und Hinterteil werden lediglich durch 4 gegenläufige Schrauben zusammen gehalten. Dies trägt wesentlich zu eine besseren Stabilität bei. Für größere Tauchtiefen besitz der „Russe" in jeder Sektion Druckausgleichsöffnungen, an die man Druckschläuche anbringen kann. Mit diesen füllt man dann erforderlich Luft ein, um fast jede Tauchtiefe aufsuchen zu können. Es sind auch zwei Überdruckventile angebracht, falls das Akku gasen sollte. Es gibt noch zwei Zusatzgeräte für den Scooter. 1.

Einen sogenannten Fisch, der an einen Auftrieb von ca. 10 kg hat. Diesen schleppt man dann an der Oberfläche hinter sich her, um eine konstante Tiefe einhalten zu können. An der Oberfläche ist die Fahrtrichtung mit einem Blitzer leicht nach zu verfolgen. Zum 2. gibt es eine Navigationseinheit mit Tiefenmesser, Entfernungsmesser, Uhr und Kompass. Dieses habe ich nicht mitgeliefert bekommen, zumal ich mich frage, wie denn der Entfernungsmesser unter realen Bedingungen unter Wasser funktioniert haben mag. Mein Fazit ist, der „Russe „ ist zwar ein richtiges Schwergewicht, aber für den Langstreckeneinsatz, auch mit 2 Tauchern gut geeignet. Absolutes, bequemes Fahren ist damit angesagt. Die Fahrzeit beträgt ca. 2 Stunden.

Genutzt habe ich ihn in Hemmoor, Ostsee und Mittelmeerr. Und dort hat er richtig Spaß gemacht. Ich konnte große Flächen absuchen. Wie er sich heute mit Li iO -Akkus machen würde, muss gestestet werden.


© Copyright Dieter Jary