U77

Typ: VII C Werft: VULKANWERFT VEGESACK
Verwendun0g: Hochsee-U-Boot Wasserverdrängung aufgetaucht: 761,29 t Wasserverdrängung getaucht: 864,69 t
Länge: 67,10 mBreite: 6,18 mHöhe: 9,60 m Tiefgang: 4,74 m Antrieb Diesel: 2 MAN/GW Motoren Antrieb E-Maschinen: 2 Maschinen verschiedener Fabrikate Leistung aufgetaucht: 3200 PS Leistung getaucht: 750 PS Höchstgeschwidigkeit aufget.: 17,60 Knoten Höchstgeschwindigkeit getaucht: 7,60 Knoten Aktionsradius aufgetaucht: 8500 sm bei 10 Knoten Aktionsradius getaucht: 80 sm bei 4 Knoten Kraftstoffvorrat: 121,50 t maximal Maximale Tauchtiefe: 220 mAlarmtauchzeit: 30 Sekunden Torpedorohre Bug: 4 x 53,3 cmTorpedorohre Heck: 1 x 53,3 cmTorpedovorrat: 14 Stück Minen: Aufnahmemöglichkeit von 26 TMA Minen Deckgeschütz: 1 x 8,8 cm L/45 mit 220 Schuß Munition Flugabwehr: 1 x 2cm und später 1 x 3,7 cm + 2 x 2 cm Besatzung: 44 Mann Feldpostnummer: 38 391

 

Am 28. März 1943 wurde das Boot ostwärts von Cartagena aus der Luft angegriffen und erhielt einen Lufttorpedotreffer. Es gelang dem Kommandanten, das Boot an die Oberfläche zurückzubringen. Nach geglücktem Auftauchen mußten wir stundenlang gegen zwei immer wieder angreifende Flugzeuge kämpfen. Bei diesem erbitterten Abwehrkampf hat sich der 3. WO, der Steuermann Matthias Orten, hervorragend bewährt. Mit eiserner Ruhe stand er hinter seinem Flieger-MG und schoß so lange, bis beide Maschinen abdrehen mußten.Danach ließ er die Geheimsachen vernichten und alles klarmachen, was zur Rettung diente. Der kommandant befahl alle Mann aus dem Boot. Alle zu diesem Zeitpunkt noch am Leben. Aus 47 Kehlen schallten die letzten drei Hurras auf unser U-Hartmann über das Wasser. Dann begann der Kampf mit der See. Bereits nach Ablauf einer Stunde schrien die ersten Kameraden um Hilfe. Auch hier war der Steuermann Matthias Otten wieder der Stärkste. Immer wieder schwamm er zu den Rufenden hin, sprach ihnen Mut zu, spornte sie an. Aber es half nichts. Einem nach dem anderen mußten wir sterben sehen. Manchem drückten wir zum letzenmal die Hand. Nach vier Stunden waren wir nur noch wenige. Das Wasser war eisig. Keiner glaubte mehr an Rettung. Auf einmal traf es uns als die letzten wie ein Schlag. Matthias Otten sagte zu uns: Es ist aus, Kameraden. Sollte einer von euch gerettet werden, bestellt die letzten Grüßen an meine Angehörigen. Sagt ihnen, daß wir auch in dieser schwersten Stunde an sie gedacht haben.

Mit neun Mann wurden wir am Nachmittag von einem spanischen Dampfer aufgefischt und gerettet. Unsere Kameraden trieben am zweiten Tag in Calpe bei Alicante an.
Das deutsche Konsulat in Madrid wurde von der spanischen Hafenkommandatur Altea am 30. März gegen 20 Uhr davon unterrichtet, das der Fischkutter "Mary Paquai" zwei tote U-Bootmänner geborgen hatte. Am 31.März traf Konsul von Knobloch in Altea ein, wo auch Mootsmannsmaat Siebenbrod wartete, der an Bord des Kanonenbootes "Calve Sotelo" zur Identifizierung eintraf. Ein zweiter Fischkutter lief am Nachmittag dieses Tages mit drei weiteren Toten ein. Unter ihnen auch der Obersteuermann Matthias Otten. Auch der Kommandant, Oberleutnant zur See Otto Hartmann und der leitende Ingeneur, Leutnant zur See Ing. Hans Schwarz, waren tot geborgen worden. In der Kirche von Altea wurde die fünf Särge der zuletzt gefundenen Toten aufgebahrt.
Die Besatzung des Fischkutters "Penon de Ifach" bat um die Ehre, die gefallenen U-Boots-Männer auf ihren Schultern zum Friedhof tragen zu dürfen. Ein Zug Guardia Civil unter Gewehr ging als Ehrenabornung mit. Kilometerlang war der Trauerzug. Unter einer alten Zypresse wurden die fünf Seeleute zur letzten Ruhe gebettet. Konsul von Knobloch hielt die Gedenkrede. Neun überlebende U-Boots-Männer trauerten um die gefallenen Kameraden, die von ihrer Seite gerissen worden waren.

U-77 EINSATZ UND ERFOLGE
Feindfahrten: 16
Tage auf See: 317
Versenkungen: 14 Schiffe mit 32186 BRT
Beschädigungen: 4 Schiffe mit 8264 BRT
Effektivität (versenkter und
beschädigter Schiffsraum pro
Seetag: 127,60 BRT/Tag
Flugzeugabschüsse: Keine

 

Meine im letzten Jahr mit dem Sonar und dem GPS gespeicherten Daten und Koordinaten decken sich einwandfrei mit den im Mai.2004 von dem Fischerkapitän in Moreira verglichenen Daten.


Dieser fährt seit Jahren unter anderem zu diesem Wrack um dort zu angeln.
Die Wracklage ist unter den ortsansässigen Fischern seit Jahren bekannt -meine erste Information über die ungefähre Wracklage erhielt ich durch den Sohn (Antonio Trives)eines verstorbenen Sporttauchers, der heute ein Restaurant im Sportboothafen von Calpe betreibt. Sein Vater erzählte ihm ca. im Jahr 1994, er habe in einer Tauchtiefe von 50 mtr. auf dem Meeresgrund (ca. 80 mtr) ein Wrack schemenhaft gesehen, was wie ein U-Boot aussah. Dies war für mich der erste wirkliche Beweis, das meine Berechnungen stimmten, das Boot befinde sich wirklich in der Nähe von Calpe und Altea. (Die Literatur gibt ja eine andere historische Position an)
Das Wrack liegt auf den Postionen: 38° 33.318 N - 000° 14.859 E (meine Daten aus 2003)
meine neuesten Positionsbestimmungen
vom Mai.2004 Zeit: 10:32:30 38° 33.339 N - 000° 14.858 E
10:32:40 38° 33.334 N - 000° 14.854 E
10:34:28 38° 33.332 N - 000° 14.878 E
10:34:39 38° 33.327 N - 000° 14.877 E
(Diese Koordinaten wurden beim mehrmaligen Überfahren ermittelt.)
Anfahrtzeit bei leichtem Wind 3 - 4 und klarem sonnigen Wetter ca. 45 Minuten. Die Küste ist ganz klar zu erkennen. (Fotos) Wie im letzten Jahr wurde die Wrackstelle mehrfach überfahren. Oberflächenströmung stark- fast 2 Knoten Das Wrack liegt, wenn man vom Hafen in Moreira startet, genau 9,4 mls entfernt, Kurs 148°,mit dem Boot erreicht man das Wrack bei guter Wetterlage in gut einer 1/2 Stunde.Über dem Wrack angekommen, ankert man direkt am Wrack, das heißt der Anker wird direkt auf das Wrack geworfen und hakt dort gut. Das Wrack liegt in Ost-Westlicher Richtung mit 45° nach Süden geneigt, auf einer Tiefe von 80 Meter- Nur die nördliche Seite ist mit Netzen bedeckt.

© Copyright Dieter Jary