V80



Walther Versuchs-U-Boot



Selbstversenkung März/April 1945 Versuchsboot mit Walter Turbine - erbaut in der Germania Werft - Professor D.-Ing. Walter Betriebsführer der Firma H. Walter in Kiel - es gab nur 1 Exempar -

Verdrängung ü. Wasser: 73 Tonnen

Länge: 22 Meter

Aktionsradius in sm unter Wasser: 50 bei 28 Knoten

Höchstgeschindigkeit unter Wasser: 28 Knoten

Antrieb: Walter - Wasserstoffperoxidturbine Begleitboot: "Ingo"

Im Juni 2002 hatte ich die Möglichkeit, auf einem ponischen Forschungsschiff eine zweiwöchige Suchfahrt in dem Seegebiet vor Hela durchführen zu können. Es wurde hauptsächlich nach Wracks aus dem 16.und 17. Jahrhundert gesucht. Dabei konnte ich die an Bord befindlichen Suchgeräte wie Sidescan-sonar nutzen. Es wurden in dem Zeitraum einige unbekannte Wracks erfaßt und in die Seekarten eingetragen, aber leider funkte Neptun oft mit zu hohem Wellengang den Tauchgängen dazwischen. Lange sitzt man dann vor dem Monitor des Sidescansonar und beobachtet den Meeresboden der von dem Gerät zur Back- und Steuerbordseite des Schiffes erfaßt wird. Man erwartet in jeder Minute mit Spannung, daß das gesuchte Objekt in irgendeiner Ecke des Bildschirms auftaucht. Und so vergeht Stunde um Stunde. Dann erschallt der langerwartete Ruf "Boje ab" und die Helfer an Bord werfen die vorbereitete Boje mit dem 40 Meter langen Seil über Bord um die Stelle zu markieren, die das Sidescan soeben erfaßte. Dann fährt das Boot eine Wende und ankert unweit der markierten Stelle. Die Position wird mit GPS erfaßt und somit für die Zukunft abgespeichert. Die Taucher bereiten sich für den Tauchgang vor und nach dem Equipmentcheck geht es in´s Wasser. Am Bojenseil geht es mit den allergrößten Erwartungen in die Tiefe. Wenn sich das Wrack dann aus dem grünlichen Wasser schält und die schemenhaften Konturen langsam den Schiffsleib erkennen lassen, beginnt die Indentifikation. Ist es das gesuchte Wrack oder liegt hier nur wieder ein undefinierbarer Haufen Schrott. Fotos mit Weitwinkelobjektiven zur besseren Dokumentation und Filmaufnahmen sind für solche Aktionen unerläßlich. Beim ersten Tauchgang an einem unbekannten Wrack verschafft man sich zuerst einmal eine Übersicht, damit weitere Tauchgänge zur genaueren Erforschung und Vermessung besser geplant werden können. Je nach Größe des Wracks sind natürlich etliche Tauchgänge alleine zur ersten Erfassung erforderlich.Mit Hochspannung erwartet die Crew, welche Informationen die Taucher mit an die Oberfläche bringen. So kamen wir mit der Nachricht über einen alten gesunkenen Frachter nach oben. Einige Reste von Tellern und Tassen halfen uns dann in Nacherein bei der Indentifizierung. Diesen Frachter ereilte ein besonders unerwartetes Schicksal. Im Jahr 1947, also 2 Jahre nach Kriegsende lief er über eine "vergessene" Grundmine und sank! Über Verluste bei der Besatzung ist uns nichts bekannt geworden. Das Wrack liegt in 32 Metern Tiefe auf ebenen Kiel und hebt sich gut vom hellen Sandgrund ab. Das Wrack ist stark zerstört, aber die einzelnen Sektionen sind noch gut zu erkennen. Das das Wrack schon bei einigen Fischern bekannt ist, zeigte sich an den reichlich vorhandenen Angelutensilien die dort unten sich verfangen haben.

© Copyright Dieter Jary